
In der aktuellen DOCMA-Ausgabe fand ich einen Artikel mit der Überschrift “Helden-Schmiedin”. Selbstverständlich machte mich das Wort Held neugierig und ich recherchierte wer diese Heldenschmiedin Katja Kuhl ist.
Katja ist Fotografin und Produzentin erfolgreicher Musik-Videos von Stars wie beispielweise “Ich + Ich”, “Tokio Hotel”, “Sabrina Seltur” und vielen mehr.
Auf ihrer Website erfährt man “About Katja Kuhl:
I’m a professional photographer and director in germany. I already directed music videos for tokio hotel, ich+ich, reamonn, no angels, glashaus, kool savas, azad, olli banjo, bintia feat. xavier naidoo, aloha from hell, mustafa sandal feat. gentleman, sabrina setlur, annett louisan, wilson gonzalez, tex, jeanette, jimi blue, brosis, phats & small, moses pelham, sebastian haemer, tommy reeve, my excellence, monrose, thom, chima, jonesmann, culcha candela, bass sultan hengzt, muhabbet, patrick nuo, scycs, j-luv, and a lot of other artists… to see my photographic work, check my website: www.katjakuhl.de”
Kurzerhand habe ich dieses E-Mail-Interview mit Katja geführt:
F: Katja, Sie sind Fotografin und Regisseurin – wie fing alles an?
A: Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Fotografin gemacht und nebenbei immer Bands und Musiker fotografiert. Nach der Ausbildung habe ich in Berlin Visuelle Kommunikation studiert und weiterhin neben dem Studium Fotoaufträge angenommen.
Irgendwann wollte eine dieser Bands ein Musikvideo. Das habe ich dann mithilfe einer professionellen Filmproduktionsfirma realisiert. Diese Filmproduktionsfirma mochte mich und bot mir an, für sie als Regisseurin tätig zu werden.
F: Und inwieweit sind diese Tätigkeiten miteinander verbunden? Sehen und denken Sie als Fotografin genauso wie als Regisseurin? Worin besteht der gravierende Unterschied?
A: Die beiden Tätigkeiten haben durchaus Überschneidungspunkte, sind aber generell auch wieder unterschiedlich. Ein bewegtes Bild ist einfach etwas anderes als ein Foto und zwar nicht nur von den Möglichkeiten der bewegten Kameraführung, sondern auch was den Handlungsfluss betrifft.
F: Katja, Sie haben einige Musik-Videos produziert? Worauf sollten Hobbyfilmer achten – nennen Sie Ihre 5 Dos and Don’ts!
A: Es gibt weder Dos noch Don´ts. Manchmal muss man nämlich Regeln brechen, um etwas Neues zu machen. Ich persönlich finde aber eine Sache essentiell wichtig. Und zwar ist das die Verantwortung. Die Verantwortung für das Team, die Darsteller und das Endergebnis. Diese Verantwortung muss man spüren und bereit sein, sie zu übernehmen. Wen interessiert es, wer schuld war, wenn irgendetwas nicht geklappt hat. Als Regisseur muss man mit aller Kraft versuchen, trotz möglicher Widrigkeiten ein gutes Ergebnis nach Hause zu bringen. Dazu muss man manchmal über sich hinauswachsen, es schaffen die Beteiligten zu motivieren, man muss flexibel sein, und Lösungen finden, wenn etwas schief geht, man darf einfach niemals sein Ziel, seine Vision aus den Augen verlieren.
F: Laut der aktuellen DOCMA-Ausgabe sind Sie Helden-Schmiedin? Sehen Sie sich auch so?
A: Ich finde den Titel Helden-Schmiedin schön, aber ich würde mich so nicht selbst bezeichnen. Für mich sind die Menschen, die ich fotografiere in dem Moment, in dem sie vor mir stehen, Helden. Dabei ist es egal, ob die Person ein Popstar ist, oder der kleine Mann von der Straße. Ich will in der Person das Schönste, oder das Coolste sehen, setze mir quasi eine rosarote Brille auf, um diese möglichst heldenhaften Momente und Ansichten der jeweiligen Person einfangen zu können.