Martin Schwabe zur Canon EOS 500D & Porträtfotografie
geschrieben am 30. September 2009 von Pia Kleine Wieskamp
Liebe Leserin, lieber Leser,
kaum hat man sich an seine neueste Canon gewöhnt, erscheint schon ein neues Modell. Seit dem Frühjahr 2009 ist nun die Canon EOS 500D auf dem Markt, kaum 12 Monate, nachdem die 450D erschienen ist.
Wenn man diese Modellreihe von Canon länger verfolgt, kann man sagen, dass mit der 500D auch diese Modellreihe erwachsen geworden ist. Ich habe inzwischen sehr viel mit der 500D gearbeitet und sie dabei nicht geschont.
Sie ist handlich und leicht und trotzdem griffig, und die Fotos, die Sie mit dieser Kamera machen können, sind mehr als nur alltagstauglich. In meinem nunmehr sechsten Buch zu den Kameras von Canon bin ich noch weiter weggegangen von der eigentlichen Bedienung hin zu Tipps und Tricks aus dem fotografischen Alltag. Ich möchte Ihnen weniger eine bunte Knöpfchenkunde bieten, als vielmehr helfen zu verstehen, was in Ihrer Kamera passiert. Deshalb habe ich viele Beispiele in dem Buch eingearbeitet, die nicht nur die Funktion an sich erklären, sondern auch zeigen, wann und wofür Sie die Funktion brauchen oder eben auch nicht brauchen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Martin Schwabe
Im Folgenden lesen Sie einen Ausschnitt aus Martin Schwabes Buch Canon EOS 500D :
Workshop Porträt
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Fotografie dürfte der Drang des
Menschen sein, sich und seine Mitmenschen abzubilden. Schon vor mehr als
Hundert Jahren ließ jeder, der es sich leisten konnte, Fotos von sich und seiner Familie machen, in den allermeisten Fällen handelte es sich dabei um Porträts.
Die Porträtfotografie dürfte fast so alt sein wie die Fotografie selbst.
Was braucht man für die Porträtfotografie?
Im Grunde ganz wenig: einen Fotografen, der neugierig ist, mit seiner Kamera und ein Modell. Und genau hier beginnt für viele Hobbyfotografen und Anfänger das große Problem, woher nimmt man ein geeignetes Modell?
Anfragen in Foto- und Modellforen scheitern regelmäßig. Solange man keine Referenzen hat, findet man keine
Modelle. Ohne Modelle hat man keine Referenzen – ein Teufelskreis. Doch ganz so schwierig ist es dann doch nicht.
So trivial es klingt: Familie und Freunde sind das erste Ziel. Wenn Sie sich seriös und enthusiastisch zeigen, dann
wird sich in diesem Kreis sicher jemand finden, der seine Zeit für erste Porträts „opfert“ und nicht gleich den Kontakt mit Ihnen abbricht, weil die ersten Fotos nicht gleich Weltklasseniveau erreichen.
Dabei ist nicht wichtig, ob Sie die Fotos veröffentlichen dürfen, es reicht, sie zu haben und bei Bedarf einige Abzüge als Referenz vorzeigen zu können.
Ich kenne viele Hobbyfotografen, die sich gegenseitig aushelfen, der eine fotografiert, der andere steht als Modell
für Porträts zur Verfügung. Grade im Umfeld der fotoaffinen Menschen werden Sie sicher auf viel Toleranz stoßen.


Fotos: Martin Schwabe
Manche Fotografen reagieren etwas erschrocken, wenn das Modell plötzlich unerwartet in die Kamera schaut, und nehmen die Kamera vom Auge. Doch genau das sollten Sie nicht tun. Bleiben Sie dran und machen weiter Fotos. Sie werden häufig erleben, dass Ihr Modell für einen Moment mit Ihnen oder der Kamera kokettiert
und vergisst, dass Sie diesen Moment festhalten könnten. Die junge Frau auf diesen beiden Fotos entdeckte die Kamera und blies spontan etwas Rauch in meine Richtung, einen Moment, den ich mir nicht entgehen ließ.
50mm | 1/125 sek | f1,4 | ISO 800 | One Shot |
Reihenaufnahme | Available Light | Schwarz-Weiß-Umwandlung am PC über Kanalmixer
Lassen Sie sich nicht entmutigen, Sie haben sich mit der Porträtfotografie ein schweres, aber ebenso spannendes
Thema der Fotografie ausgesucht. Besprechen Sie die Ergebnisse mit dem Modell, hören Sie zu, was dem Modell
gefällt und was ihm nicht gefällt. Ein weiterer Weg, viel über Porträtfotografie zu lernen, ist das Betrachten anderer Fotos. Das Internet ist voll mit Fotoplattformen, Sie werden Tausende verschiedenster Porträts finden. Suchen Sie die Fotos, die Ihnen zusagen, und versuchen Sie herauszufinden, wie die Aufnahme entstanden ist: Welches Licht wurde verwendet, welche Stilmittel, welcher Kamerawinkel.

Foto: Martin Schwabe
Ein Porträt muss nicht immer das Gesicht zeigen. Menschen bei der Arbeit und in Aktion zu „porträtieren“ bedeutet, die Situation einzufangen. Körperhaltung, der Einsatz der Hände und das Werkzeug des Fotografen erzeugen eine
eigene Dynamik, die es wert ist, festgehalten zu werden, wenn Sie lebendige Fotos mögen.
70 mm | 1/60 sek | f4 | ISO 400 | interner Blitz

Oktober 5th, 2009 at 14:16
[...] http://www.mut.de/…; Cover: http://www.mut.de/…; Blog: Auszugsweiser Workshop Porträt http://blog.mut.de/…; sowie Aktfotografie [...]