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pia Gespräch mit Günter Born zu Generation 50 Plus und das “Mitmach-Internet”

geschrieben am 16. Juli 2010 von Pia Kleine Wieskamp

Getreu dem Motto “Es ist nie vorbei” – spielt die Suche nach einem neuen Lebenspartner auch im Alter von 60 oder 70 durchaus eine Rolle…

Wir befragten Autor Günter Born über die Generation 50 Plus im “Mitmach-Internet”:
M+T:
Herr Born, Sie haben gerade den Titel “Nett, Sie online zu treffen” in der Buchreihe “Leichter Einstieg für Senioren” verfasst. Können Sie uns sagen, was der Inhalt und das Ziel des Buches ist?
Born: Das Buch befasst sich mit den Möglichkeiten des sogenannten Mitmach-Internet (Web 2.0) für die Generation 50 Plus. Unter Web 2.0 fallen dabei alle Internetangebote, die den Benutzer zum Erzeugen von Inhalten einbeziehen. Dies beginnt z. B. bei sozialen Netzwerken zur Kontaktpflege und reicht bis zum Führen von Tagebüchern im Internet (Blogs).

Wer gerne fotografiert oder Videos erstellt, kann sich an Foto-Communities wie Flickr beteiligen, um Aufnahmen der Öffentlichkeit vorzustellen.

Auch das Videoportal YouTube kann für passionierte Videofilmer zur Veröffentlichung ihrer Videos von Interesse sein. Verschiedene Plattformen bieten ihren Mitgliedern zudem die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zu chatten, sich Rat in Foren zu holen oder auf Partnersuche zu gehen.

Unter dem Strich bietet das Web 2.0 eine Vielzahl an Möglichkeiten für den Einzelnen, so dass sich praktisch für jeden etwas findet.
Ziel des Buches ist es, der Generation 50 Plus die Chancen des Mitmach-Internet aufzuzeigen, ohne dass die Betreffenden gleich mit den Schattenseiten dieses Angebots konfrontiert werden. Daher gehe ich neben den Themen Soziale Netzwerke, Blogs, twittern, Foto- und Videocommunities, Telefonieren mit Skype, Chatten und Informationsaustausch mit Foren, “Gründung mit 50Plus” oder “Ehrenamtliches Engagement im Ruhestand” auch auf Sicherheit und Internetrecht ein.
M+T: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Computerbuch zum “Mitmach-Internet” für Senioren zu schreiben?
Born: Der Anstoß kam eigentlich aus der Beobachtung der Gesellschaft. Als Autor der Seniorenbücher, und mit 55 Jahren mittlerweile selbst der Zielgruppe angehörend, beschäftige ich mich auch mit Fragen zu den Themen “Leben und Gesundheit im Alter”, lese Studien, recherchiere viel und bin über ehrenamtlich durchgeführte Computerkurse für Senioren mit der Lebenssituation älterer Menschen befasst. 

In der Öffentlichkeit wird der Begriff “Senioren” immer noch (und fälschlich) mit dem Bild des gealterten, pflegebedürftigen und hinfälligen Menschen assoziiert. Aber die aktuelle Lebenssituation der “Senioren”, ich zähle Menschen ab dem Alter von 50 Jahren zu dieser Gruppe, sieht doch wesentlich differenzierter aus. Und ich erkenne, daß wir momentan die “Individualisierung der Lebensstile” älterer Menschen. erleben. Anbieter wie Feierabend.de, Platinnetz.de oder forum-fuer-senioren.de machen es vor, indem Sie einfach die für die Zielgruppe populären Angebote unter einer Plattform bereitstellen. Als Mitglied kann man neben der Pflege seines sozialen Netzwerks mit Gleichgesinnten chatten, sich Rat in Foren holen oder auf Partnersuche gehen. Die von einigen Anbietern eingerichteten Regionalgruppen, samt den von den Mitgliedern organisierten Treffen und Events, werden gerne angenommen. Und damit sind wir mitten im Mitmach-Web für die Generation 50Plus. Und eines auch klar: Die Fähigkeiten, Interessen und Möglichkeiten älterer Menschen werden zukünftig wesentlich stärker differieren, als dies vor einer Generation noch der Fall war. Also höchste Zeit, das einseitige Altersbild der ‘auf Hilfe angewiesenen Senioren’ an die Realität anzupassen. Daher war es für mich ein logischer Schluss, Interessierten einen entsprechenden Ratgeber an die Hand zu geben, der über die Möglichkeiten informiert, konkrete Anleitungen enthält und auch Hinweise auf Risiken und deren Umgehung enthält.
M+T: Interessante Ausführungen, trotzdem: Senioren und “Facebook”, geht für den Außenstehenden nicht auf den ersten Blick zusammen. Interessieren sich Senioren wirklich für Facebook oder das Web 2.0?
Born: Na ja, soziale Netzwerke sind nicht das “Hausmedium der Generation 50 Plus” und ich selbst war zuerst skeptisch. Als ich mit den Recherchen für das Projekt begann, habe ich dann doch gestaunt. Immer mehr Senioren nutzen Plattformen wie Facebook, wer-kennt-wen, Feierabend.de etc., um Kontakt “mit der Welt” zu halten oder Fotos und Nachrichten mit Bekannten in aller Welt auszutauschen.
Die nackten Zahlen sprechen für sich: Von den 3 bis 4 Millionen Facebook-Nutzern in Deutschland (Stand Ende 2009) sind – je nach Quelle, zwischen 120 000 und 300 000 über 50 Jahre alt. Feierabend.de, Deutschlands älteste und größte Community richtet sich an Menschen jenseits der 50 und hat über 100.000 Mitglieder.  Andere Anbieter wie platinnetz.de oder forum-fuer-senioren.de reklamieren ähnliche Mitgliederzahlen für sich. Für wer-kennt-wen kenne ich zwar keine Zahlen, weiß aber, dass viele Mitglieder der Zielgruppe 50 Plus angehören. Besonders interessant finde ich dort, dass sich soziale Netzwerke über Altersgrenzen etablieren.

M+T: Sie sprechen auch das Thema Blogs und Twitter in Ihrem Buch an. Warum sollten Menschen jenseits der 50 noch einen Blog führen?
Born: Ein Blog, also ein Tagebuch im Internet, kann durchaus reizvoll sein. Gerade die Generation 50Plus verfügt ja häufig über reichhaltige Lebenserfahrungen. In der Vergangenheit hat sich der Eine oder Andere entschlossen, die Lebensgeschichte oder Erinnerungen von Zeitzeugen aufzuschreiben. Ich selbst hatte Anfang der 90er Jahre mehrmals beruflich in Japan zu tun. Eigentlich schwebte mir vor, die, teilweise recht kuriosen, Erlebnisse als Ausländer in der japanischen Provinz in Form eines Buches zu veröffentlichen. Nur ist es seit 20 Jahren bei dieser Idee geblieben, da nie Zeit war, das Manuskript, in der Hoffnung, dass ein Verlag so was drucken will, zu verfassen. Beim Schreiben meines Buchtitels “Nett, Sie online zu treffen” brauchte ich Anschauungsmaterial für einen Blog. Die von mir seit einigen Jahren geführten Technik-Blogs rund um Windows- und IT-Themen erschienen mir als Beispiel weniger geeignet. Plötzlich war alles klar: “Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe fangen” und die Erinnerungen an Japan in Form eines Blogs veröffentlichen? Mittlerweile verfasse ich, je nach Zeit und Laune, immer mal wieder Episoden aus dieser Zeit in Form von Blog-Beiträgen. Ich denke, es gibt viele Leser innerhalb der Generation 50Plus, die durchaus einiges an Lesenswertem weitergeben und veröffentlichen könnten.
Dass bloggen keine Frage des Alters ist, hat übrigens die Spanierin María Amelia López bewiesen. Sie begann, unterstützt von ihrem Enkel, mit 95 Jahren über die Zeit des spanischen Bürgerkriegs zu schreiben und wurde als “bloggende spanische Oma” weltberühmt. Wie bloggen funktioniert, welche kostenlosen Bloganbieter (Google Blogs, WordPress & Co) es gibt und über was man ggf. bloggen kann, wird ja im Buch in einem umfangreichen Kapitel erläutert. Dabei kommt auch der Kurznachrichtendienst Twitter zur Sprache, über den sich per Computer, Handy oder Smartphone Kurznachrichten veröffentlichen und durch Dritte mitverfolgen lassen. Wer sich also von der Idee des Tagebuchs im Internet angesprochen fühlt, findet im Buch das benötigte Rüstzeug, um schnell und unkompliziert und dazu noch kostenlos starten zu können.
M+T: Haben Sie schon Erfahrungen mit der Generation 50 Plus bezüglich des Mitmach-Internet?
Born: Neben den oben erwähnten Hinweisen gibt es in der Tat durchaus Lustiges oder Erwähnenswertes zu berichten. Ich erinnere mich an eine Sitzung in einem Chatraum, die bereits vor fünf oder sechs Jahren in breitem Schwitzerdütsch durch ein paar Pensionäre bestritten wurde. Es ging um den letzten Ausflug in Form einer Wanderung im Berner Oberland. Plötzlich meldete sich eine Teilnehmerin der Chatrunde mit der Frage, ob diese oder jene Gaststätte noch vorhanden sei. Im Verlaufe dieser Unterhaltung merkte man, dass die Dame einerseits über gute Ortskenntnisse verfügte, aber dieses Wissen wohl etwas überholt war. Zum Schluss lüftete sich das Geheimnis: Die Dame war 80, war in der Gegend aufgewachsen und lebte seit vielen Jahrzehnten in Kalifornien. Sie genoss es sichtbar, mit den Teilnehmern der Chatrunde über den Ausflug und die Erlebnisse zu kommunizieren.
Interessant sind auch die Beobachtungen im Zusammenhang mit meinem Buch “Nett, Sie online zu treffen”. Da war beispielsweise der Lektor, erklärtermaßen ein Gegner sozialer Netzwerke (Zitat “So ein Schmarrn kommt mir nichts ins Haus”). Es fegte mich fast vom Stuhl, als nach der Lektüre des Manuskripts das Statement kam “Ich überlege mir gerade, eine Mitgliedschaft bei wer-kennt-wen einzugehen, scheint ja ganz interessant”. Ich habe das Thema auch unter den Trainern der Seniorencomputerkurse angesprochen, stieß aber scheinbar auf ziemliche Zurückhaltung. Nachdem ein Buchexemplar die Runde gemacht hatte, trudelten die ersten Anfragen für Mitgliedereinladungen bei wer-kennt-wen ein. Und wenn ich mir die Leserrezensionen zum Buch bei Amazon ansehe, scheine ich schon den Nerv der Generation 50 Plus mit dem Buch getroffen zu haben.

Themenbeitrag bei Feierabend.de Rubrik “Leben 50+” – Link.

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4 Kommentare to “Gespräch mit Günter Born zu Generation 50 Plus und das “Mitmach-Internet””

  1. Edeltrud Menne Says:

    Hallo Herrn Born,

    Ich bin 70 Jahre und befasse mich sehr viel mit dem Computer,
    habe viele Bücher von Ihnen und bin gut zurecht
    gekommen.Jetzt suche ich ein Buch über Musik,Fotos und Vidio zum bearbeiten,ich hoffe Sie können mir helfen.
    Im voraus vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ed.Menne

  2. Günter Born Says:

    Hallo Frau Menne,

    ein Buchtitel, der sich speziell (umfassend und teilweise sehr tiefgehend) mit den von Ihnen genannten Themen Musik, Fotos und Videos samt deren Bearbeitung unter Windows Vista befasst, ist “Fotos, Filme, Musik mit Windows Vista”. Das Buch ist leider im Verlag vergriffen – Restexemplare sind aber noch im Handel.

    Bei Amazon gibt es z.Z. noch ein Neuexemplar und Gebrauchtexemplare:

    http://www.amazon.de/Fotos-Filme-Musik-Windows-Vista/dp/3827244846/ref=sr_1_9/278-2197167-9702807?ie=UTF8&s=books&qid=1279901116&sr=1-9

    Die elektronische Fassung in Form einer Adobe PDF-Dokumentdatei kann bei Markt + Technik bezogen werden:

    http://www.mut.de/main/main.asp?page=home/bookdetails&productID=161789

    Dort findet sich auch eine Leseprobe zum kostenlosen Download. Falls Sie zusätzliche “Leseproben” benötigen, ich habe zusammen mit dem Verlag ausgesuchte Kapitel bei der Senioren-Community Feierabend.de zum Download bereitgestellt. Das Angebot findet sich unter:

    http://www.feierabend.de/Leben/Foto-Video/Buchtipp-Fotos-Filme-und-Musik-mit-Windows-Vista-34663.htm

    Ansonsten gehen die von mir veröffentlichten Titel “Computer – leichter Einstieg für Senioren” und “Notebook – leichter Einstieg für Senioren” etwas auf Fotos (samt Bearbeitung und Präsentation), Musik, Videos ein. Die Titel sind aktuell im Handel, bei Markt + Technik und bei Amazon erhältlich.

    Amazon: http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=Born+Senioren

    Markt+Technik: http://www.mut.de/main/main.asp?page=senioren

    Bei Markt+Technik kann das Inhaltsverzeichnis als PDF-Dokument angesehen werden.

    Falls es etwas tiefer in das Thema “Fotografieren mit der Digitalkamera, Fotoschule, Fotobearbeitung und Präsentation” gehen soll, möchte ich noch auf das Buch “Digitale Fotografie – leichter Einstieg für Senioren” hinweisen. Der Titel ist in gedruckter Form zwischenzeitlich zwar abverkauft – aber bei Amazon gibt es noch Restexemplar (wobei der Preis für die letzte Auflage zwischenzeitlich in “schwindelnde Höhen” steigt). Hier die Seite mit den Amazon Angeboten:

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=Born+Senioren+Fotografie

    Eine elektronische Fassung in Form eines eBooks im Adobe PDF-Dokumentformat lässt sich nach wie vor über den Verlag beziehen:

    http://www.mut.de/main/main.asp?page=bookdetails&ProductID=121781

    Und es gibt das Einsteigerbuch “Easy Computer – Alles rund um den PC”, welches auch auf die Themen “Audio, Video, Foto” eingeht – wobei bei Audio nur die Wiedergabe incl. Musik-CD brennen oder Synchronisation mit einem MP3-Player behandelt wird (aber kein Audioschnitt). Bei Fotos und Videos gehe ich auch auf die Bearbeitung mit Photoshop Elements (Fotos) oder Windows Movie Maker (Videoschnitt) ein. Die im August 2010 erscheinende Neuausgabe 2010 zeigt, wie das alles unter Windows 7 und unter Zuhilfename diverser aktueller Programme (Photoshop Elements 8, Windows Live Fotogalerie, Windows Live Movie Maker) funktioniert.

    Amazon:

    Ausgabe 2010:
    http://www.amazon.de/Computer-Alles-rund-den-PC/dp/382724661X/ref=sr_1_2/278-0718498-5919854?ie=UTF8&s=books&qid=1279902141&sr=1-2

    Ausgabe 2007:

    http://www.amazon.de/Computer-easy-Alles-Leicht-sofort/dp/3827241553/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1279902105&sr=1-1

    Markt+Technik Ausgabe 2010: http://www.mut.de/main/main.asp?page=home/bookdetails&productID=178401

    Es sind also einige “Werke” im Angebot, wovon der erste erwähnte Titel der umfassendste und am tiefsten gehende ist. Wer es nicht ganz so “detailliert” haben möchte, dürfte mit den Titeln aus der Buchreihe “leichter Einstieg für Senioren” oder dem “Easy Computer” besser bedient sein.

    Ich hoffe, es hilft Ihnen etwas weiter.

  3. Günter Born Says:

    Kurzer Nachtrag für Leser, die mit Windows XP arbeiten und über Nero 6 bzw. 7 verfügen. Diese Brennsoftware verfügt auch über Funktionen zur Bearbeitung von Musik, Bildern und Videos. Unter:

    http://www.mut.de/main/main.asp?quicksearch=Born+Nero&page=home%2Fbooklist

    gibt es noch eBooks zu den betreffenden Nero-Versionen aus meiner Feder.

    Unter Windows Vista oder Windows 7 möchte ich aber die Installation der aktuellen Nero-Version (wegen möglicher Beeinträchtigungen von Windows-Funktionen) nicht unbedingt empfehlen. Daher wurden die entsprechenden Buchtitel auch nicht mehr aktualisiert und sind in gedruckter Form ausverkauft.

  4. Günter Born Says:

    Themenbeitrag bei Stern.de Internet statt Kaffekränzchen Artikel bei Stern-Online

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