FotoScout: Städteurlaub
26.04.2010
Ob bei einem Wochenendtrip oder auf einer wochenlangen Trekkingtour – viele Erlebnisse wollen fotografisch festgehalten werden. Michael Freeman, weltweit anerkannter Reisefotografen, hilft Ihnen bei den Re
isevorbereitungen und liefert wertvolle praktische Ratschläge für das, was Sie wie, wo und wann fotografieren.
Lesen Sie Michael Freemans Tipps zum Städteurlaub:
Ein Städteurlaub ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Alltag zu vergessen, Sehenswürdigkeiten zu entdecken, vielleicht eine neue Kultur kennenzulernen und natürlich tolle Fotos zu schießen. Die Planung einer oder mehrerer Routen zu Fuß ist eine zeitsparende Art und Weise, wichtige Orte zu berücksichtigen und sich mit ihnen vertraut zu machen. Städtetouren dauern meist drei bis vier Tage und in dieser Zeit ist es durchaus möglich, sowohl viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen als auch Urlaub zu machen – vielleicht wichtig für Ihre Reisebegleitung!
Tipp: Großstadtlichter Berücksichtigen Sie bei Nachtaufnahmen die Flutlichtbeleuchtung und das Licht in den Fenstern. Städte sind nach Sonnenuntergang heller als vor Sonnenaufgang beleuchtet und wiederum mehr im Winter als im Sommer.
Unterschiedliche Lichtquellen wie Straßenbeleuchtung, Neonschilder und Flutlicht für Gebäude sind zu verschiedenen Zeiten eingeschaltet. Erkundigen Sie sich nach den Zeiten – am besten einen Tag vorher. Ideal ist die Abenddämmerung, bei der neben dem Kunstlicht das restliche Tageslicht die Gebäudekonturen hervorhebt.
Machen Sie sich mit der Stadt vertraut und entspannen Sie – dafür sollten Sie einen Tag einplanen. Wie auch immer die Vorbereitungen aussehen, Fotografen sehen Dinge unterschiedlich. Dennoch geht nichts über einen effektiven Aufnahmeort und das entsprechende Timing. Sonnenschein, Wetter und der Tagesablauf helfen beim Festlegen der idealen Zeitpunkte für Fotoaufnahmen.
In Städten konzentrieren sich viele Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die gut eingeplant werden wollen. Die Präzision der Planung hängt von der Zeit ab, die für Fotoaufnahmen vorgesehen ist. Sie können z.B. nur die Sehenswürdigkeiten fotografieren, an denen Sie gerade vorbeikommen. Das genaue Gegenteil ist die detaillierte Aufnahmeliste, in der Sie die Locations festhalten, die Sie mit möglichst geringem Zeitaufwand unter Berücksichtigung der Lichtverhältnisse und des Zeitpunkts eventueller Veranstaltungen fotografieren möchten. Im Herzen Londons etwa findet der Wachwechsel (Changing of the Guards) vor dem Buckingham Palast pünktlich um 11:30 Uhr vormittags statt – davon ist dann der Rest des Tages abhängig. Planen Sie Zeit für unvorhergesehene Dinge ein – ein Plan wie hier ist in Zonen eingeteilt mit der Idee, dass man auch durch die Nebenstraßen streift und dort (was auch immer) fotografiert. Ist dann etwas besonders interessant, könnte der ganze Plan sogar über Bord geworfen werden.
Tipp: Stadtplan mit Notizen
Ein Stadtplan mit Notizen für einen Tagesablauf in London. Die Ziele sind individuell – hier geht es um Fotos von alten Schildern und Läden in der Gegend von Piccadilly sowie der County Hall. Die Zeitplanung ist durch den täglichen Wachwechsel (Changing of the Guard) und den Sonnenuntergang vorgegeben.
Beispiel einer Städte-Tour:
1. Wachwechsel: Sofern das Wetter mitspielt, findet der Wachwechsel tagtäglich vormittags um 11.30 statt. Der Aufnahmestandpunkt wurde vorher gewählt. Wegen der vielen Touristen sollte man mindestens eine halbe Stunde früher am Buckingham Palast sein.
2. Whitehall vom Park aus: Der St. James’s Park ist der älteste königliche Park in London, angelegt von Henry VIII und immer einige Aufnahmen wert. Diese Location bietet sich besonders nach dem Wachwechsel an. Man kommt zu klassischen Ansichten von Whitehall und der montäglichen Parade der Horse Guards.
3. Londoner Busse: Piccadilly ist nur 10 Minuten zu Fuß vom St. James’s Park entfernt. Der Fotograf wollte diese Sehenswürdigkeit anders einfangen und sich auf Details konzentrieren. Die Scheiben eines alten Fensters führten zu wiederholten sowie verzerrten Reflexionen und damit zu einem ungewöhnlichen Foto der roten Doppeldecker.
4. Weingeschäft: In den kleinen Straßen in der Gegend um Piccadilly gibt es viele Läden, einige über zweihundert Jahre alt. Der Plan war, obskure Dinge zu fotografieren, wie dieses handgemalte und immer wieder übermalte
Ladenschild mit goldenen Buchstaben.
5. Big Ben: Einige Sehenswürdigkeiten sind so bekannt, dass sie für den Fotografen wenig Neues bieten. Und dennoch sollte man mögliche Aufnahmen nicht auslassen, wie beim Big Ben, dem wohl bekanntesten Teil des Houses of Parliament. An diesem Tag war das Wetter gut und ein Zeppelin schwebte in der Luft. Das ergab dann ein Standardmotiv mit ungewöhnlichem Beiwerk.
FotoScout: Michael Freemans FotoScout – Planung, Ideen und Tipps für die Kameratasche, ISBN: 978-3-8272-4572-4, 192 Seiten, komplett 4-farbig, € 9,95 [D]
Aufgrund seiner Größe ist dieser FotoScout gut geeignet, um ihn auch unterwegs immer dabei zu haben – ideal zum Schmökern, Nachschlagen und Vorbereiten! Weitere Infos zum Buch finden Sie hier!
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